Liebe Menschen!

 

Unser Verein hat auch dieses Jahr wieder Kunstworkshops auf dem Open Ohr für und mit zahlreichen Besuchern gestaltet.

 

Freigeist ist ein Kunst- und Kulturverein, der sich 2010 in Mainz gegründet hat. Unser erklärtes Ziel ist es, Kunst unter die Leute zu bringen, weil wir fest daran glauben, dass jede und jeder kunstschaffend sein kann – unabhängig davon, wie viel man bisher geübt hat und wie sehr man bereits darin gefördert wurde. Wir möchten kreativen Gedanken Raum zum Austausch bieten. Wer sich davon angesprochen fühlt, kann gerne unseren Infostand auf der Hauptbühne besuchen, um mehr Informationen über uns zu bekommen.

 

Dieses Jahr war moderne Sklaverei das Thema. Moderne Sklaverei umfasst: Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft (v.a. gegenüber Wanderarbeitern), Sklaverei und Ausbeutung im Haushalt, Kinderarbeit, Kindersoldaten, Zwangsprostitution und Organhandel. Menschen wie wir werden gegen ihren Willen und durch Gewalt, Drohung, Täuschung oder Erpressung -oft fernab von zu Hause- in ein Abhängigkeitsverhältnis gebracht, in dem sie ausgebeutet werden. Es sind zwischen 29 Mio. und 46 Mio. Menschen betroffen und das obwohl Sklaverei weltweit verboten ist. Wie viele Informationen, die Polizei erhält, hängt vom politischen Willen des Staates und der Polizeiarbeit ab. Zwei Dinge stehen aber fest: 1. Es gab noch nie so viele Sklavinnen und Sklaven wie jetzt und 2. (so schlimm das jetzt auch klingt) Sklaven waren noch nie so billig. Während früher ein Sklave in den USA bis zu 30.000 $ gekostet hat, gibt es jetzt in Haiti schon Kindersklaven für 50$ das „Stück“. Das, was vielleicht nur wenige von euch wissen, ist, dass WIR täglich Sklaven für uns arbeiten lassen: Wir fördern durch unsren Konsum Sklaverei! Jedes Mal, wenn wir nicht zur Fairtrade-Schokolade, dem Fairtrade-Rohrzucker oder dem Fairtrade-Kaffee greifen, jedes mal, wenn wir ein Kleidungsstück kaufen, das nicht in Europa oder in USA genäht wurde oder dessen Rohstoff daher kommt. Und wir kaufen viel. Kaum jemand flickt noch kaputte Kleidung – warum auch, wenn es ein neues Kleidungsstück schon ab 5 Euro zu kaufen gibt. Ein Kleidungsstück für 5 Euro kann aber nicht fair gehandelt sein. Und auch bei Markenklamotten bezahlt ihr für die Marke und nicht für den fairen Handel. Dieses Wissen fordert dazu auf, Verantwortung zu übernehmen. Auf der Seite Slavery Footprint, kann man sogar einen Fragebogen ausfüllen, um zu erfahren, wie viele Sklaven für uns arbeiten. An unserem Stand möchten wir Euch dieses Jahr auch über Möglichkeiten informieren, nachhaltiger zu leben. Ich nenne jetzt nur ein paar Stichpunkte: Containern, Foodsharing, Solidarische Landwirtschaft, der Kauf von regionalem Obst und Gemüse auf dem Markt, Wandertüten, Umsonstregale, Kleidertauschparties, Secondhandläden, Flohmärkte und der Kauf von Fairtrade-Produkten in bestimmten Läden.

 

Moderne Sklaverei ist ein wichtiges Thema, dass wir auch in den Workshops behandelt haben:

Es gab zwei Zelte. Das lag daran, dass wir dieses Mal zwei verschiedene Aktionen angeboten haben. Das eine war sozusagen eine interaktive Performance-Installation, die einen Perspektivwechsel auf Werbeprodukte ermöglichen sollte. Das andere war ein Haufen sauberer Plastikmüll, den die Besucher in Menschenform bringen sollten, um das Motto des Open Ohr Wegwerfware Mensch zu visualisieren.

 

Wir haben für euch eine Bildergalerie der Workshops erstellt.

Viel Spaß und einen erkenntnisreichen Perspektivwechsel!